Der Tag beginnt früh. Dominica liegt im schwül-warmen Dunst und morgens um 7 h sind die Wetterprognosen noch nicht sehr verheißungsvoll. Dennoch ist der Anblick Dominicas für uns insofern besonders, waren wir doch 2018 das erste Schiff nach dem verheerenden Hurrikan Maria, der auf Dominica im September 2017 schwere Schäden verursachte. Guckt euch mal die Bilder auf Wikipedia an. https://de.wikipedia.org/wiki/Hurrikan_Maria
Um 8:15h sollen wir uns an unserem Treffpunkt einfinden.
Die Empfehlungen für unseren heutigen Ausflug: festes Schuhwerk, was schmutzig werden darf und solides Profil hat, Mückenschutz, Sonnencreme, Kopfbedeckung, Getränke, Regenkleidung und wer möchte, darf Badesachen mitbringen, da die Möglichkeit zu einem Bad im Pool des Wasserfalls besteht.
Gut ausgerüstet machen wir uns auf den Weg zum Treffpunkt. Unterwegs gibt es eine Durchsage vom Kapitän, dass das Schiff für den Landgang noch nicht freigegeben wurde, weil es auf dem Pier einen medizinischen Notfall gab und noch geräumt werden muss. Schließlich packt unser Kapitän an Land mit an und kurze Zeit später ist der Weg frei.
Unsere Tour findet in einer kleinen Gruppe statt. An Land warten wir auf unseren Guide, das tropische Klima ist hart. Mannomann, ist das heiß und schwül. Das lässt zunächst für die bevorstehende Wanderung durch den Regenwald nichts Gutes erahnen.
Nachdem der Fahrer unseren Kleinbus irgendwie aus dem Verkehrschaos herausgefahren hat, brausen wir los durch die engen Straßen Dominicas. Und wie so oft in der Karibik fahren alle mal wieder auf der falschen Seite. Das macht mich selbst beim Mitfahren schon ganz strubbelig.
Wir erreichen den ersten Stop, den Morne Bruce Aussichtspunkt über Dominicas Hauptstadt Roseau mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt und den Hafen.
Weiter geht’s zu einem botanischen Garten. Dieser wurde in der Zeit der britischen Kronkolonie angelegt und beheimatet überwiegend nicht endemische Pflanzen und Bäume. Die Größe und die Vielfalt der Anlage sind beeindruckend. Wir sehen Mangos, Elefantenwürste, Cashews und Vieles mehr.
Die Elefantenwürste sorgten aufgrund ihrer Form für große Heiterkeit. Es ist so, dass Elefanten diese Früchte tatsächlich fressen können, sie für alle anderen jedoch unverträglich und giftig sind.
Ein Highlight bildet der unter einem Baobap begrabene Schulbus, der während des Hurrikans David 1979 dort zerquetscht wurde. Es kam dabei keiner zu Schaden. Der Fahrer hielt es für eine gute Idee, den Bus neben dem großen Baum geschützt zu parken – diese Idee ging nicht auf.
Jetzt folgt eine längere Fahrt über die Insel, die Vegetation verändert sich, die Gegend wird deutlich einsamer. Wir nähern uns dem Regenwald und somit den Sultan-Wasserfällen. Nach dem Erreichen des Startpunkts der Wanderung werden wir dringlich ermahnt, immer gut darauf zu achten wo wir hintreten und nicht zu stürzen. Das macht Mut.
Los geht’s bei 29 Grad und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit.
Der Weg führt stramm bergab. Da es in den vergangenen 2 Wochen sehr regelmäßig geregnet hat, was im tropischen Regenwald nicht ungewöhnlich ist, wird es sehr schnell matschig. Nun geht es auch bergauf und der Weg ist wahrlich uneben, matschig, voller Geröll und sehr glitschig.
Der erste Mitstreiter liegt kurz darauf auch schon im Dreck, aber es geht ohne nennenswerte Verletzungen einher. Wir erreichen den ersten der beiden Wasserfälle, die aufspritzende Gischt ist sehr angenehm. Unsere Tourbegleiterin von der TUI wusste zu berichten, dass dieser Wasserfall vor 3 Wochen kein Wasser führte. Heute rauschte er beeindruckend in die Tiefe. Diese Menge an Wasser erklärt dann auch die Beschaffenheit der Wege.
Nun müssen wir den soeben mit heilen Knochen bewältigten Weg wieder zurück.
Was für ein verflixtes, glitschiges Scheißerchen!
Der Wegweiser zu Pool 2 lässt keine Besserung der Wegstrecke erhoffen. Jeder Schritt wird zur Mutprobe und bei einer mehr als fragwürdigen Treppe bin ich raus.
Der Guide möchte mir zwar sehr gerne helfen, aber nein. Ich habe noch 3 Wochen Urlaub vor mir und die möchte ich nicht mit verrenkten Gliedern verbringen. Herbert jedoch wagt den Abstieg, genau wie alle anderen. Am Ende habe ich nicht so viel verpasst, zumal es doch kein Bad im Pool gegeben hat.
Dann erfolgt der Aufstieg zurück zum Fahrzeug. Die Steigung ist sportlich, die Temperatur ebenfalls – wir haben insgesamt 3 Liter Wasser in uns hinein geschüttet und wieder ausgeschwitzt. Der Kreislauf ist stabil, das Allgemeinbefinden ebenfalls.
Am Fahrzeug angelangt wird ein weiteres Sturzopfer versorgt. Ich als bekennender Feigling sage mir: alles richtig gemacht.
Normalweise bin ich nicht schissig, aber heute war mir so. Wer weiß, wofür es gut war.
Zurück an Bord erholen wir uns in der Sauna und anschließend stärken wir uns mit einem würzigen Käsehäppchen – Salze auffüllen.
Dieser Tag in Dominica blieb von einem tropischen Regen verschont. Gelegentlich tröpfelte es mal, aber das war eher angenehm. Wir verabschieden uns von Dominica bei einem traumhaften Sonnenuntergang und hoffen auf eine ruhige Überfahrt nach Barbados 🇧🇧.
Dort erwartet uns morgen erneut eine moderate Wanderung von 3 Stunden.
Wir hoffen das Beste und gönnen uns jetzt eine erholsame Nachtruhe.
Man liest sich.




































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H & H (Montag, 13 April 2026 09:54)
Tolle Bilder !
Schön das du Zeit findest so einen anschaulichen Reisebericht zu schreiben.�
H & H (Mittwoch, 15 April 2026 10:29)
Hurra , Hurra die Ruth ist wieder da !!!��
Dank deiner Schwester �
Wir haben deinen Reisebericht wieder lesen können.
Ich habe mich nach dem Lesen gefragt machen die Urlaub oder beschreiten sie eine modere Art von Kreuzweg �