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Grenada - Rütteltour

Heute werde ich über Grenada berichten.

Grenada, wie viel Zauber und Faszination liegen in diesem Wort und wie abenteuerlich und wundersam ist die Geschichte des kleinen Jungen, der Mogli heißt….

 

Doch halt – das ist eine ganz andere Geschichte.

 

Grenada – wann lernen wir zwei nicht unerfahrenen Kreuzfahrer endlich, Ausflugsbeschreibungen richtig zu interpretieren? Na, scheinbar diesmal noch nicht.

 

Wir kennen Grenada von einer früheren Reise, auch damals gab es einen halbtägigen  Ausflug und am Nachmittag einen Spaziergang über den Gewürzmarkt. Der stand für uns nach dem heutigen Ausflug auch noch auf der To do Liste 📋, aber meistens kommt es anderes und besonders, wenn man denkt.

 

Die Tour heißt: Das Beste von Grenada an einem Tag – Fahrt mit dem Bus zu den Highlights der Insel. Zu gering wurde von uns die Dauer der Reise beachtet: 8,5 Stunden 🙈!

 

Es ging früh los, die Tour ist lang und die Liegezeit im Hafen begrenzt. Auf dem Weg zum Bus wurden wir rechts und links von Schnellläufern überholt, darum waren wir so ziemlich die Letzten am Bus und saßen in der letzten Reihe. Ich saß ganz in der Ecke am Fenster hinter einer sehr hohen Rückenlehne und im seitlichen Rücken hatte ich den breiten Holm der Busrückseite. War nicht viel mit gucken. Herbert saß nach einigem Ringen genau in der Mitte und konnte somit seine langen Beine einigermaßen unterbringen, solange der Notsitz vor ihm nicht durch Schlaglöcher herunterfiel.

 

Los ging die Fahrt. Unser Guide war ein alter Rastafari, mit einem sehr interessanten Dreatlock-Bart, bei dem ich nicht zwingend wissen möchte, was ich darin finden könnte 😉. Aber er sprach erstaunlich gut deutsch ☝🏼👍🏼.

Ähnlich wie in Dominica war anfangs Verkehrschaos, aber das lichtete sich schnell. Wir verließen die Hauptstadt St. George’s und nach nur 3 Kilometern wurde uns klar: das wird eine Höllenfahrt.

Dominicas Straßen waren nicht gut gewesen, aber hier – es reihte sich Schlagloch an Schlagloch, die Federung des Kleinbusses hatte wahrlich bessere Zeiten gesehen und der Fahrer war ein echter Kamikaze.

Auch Grenada ist, genau wie Dominica, sehr bergig und damit kurvenreich. In rasanter Fahrt überwanden wir die Höhenmeter bis zum Grand Etang Lake, einem großen Süßwassersee. Große japanische Koi-Karpfen sind dort angesiedelt worden, die halten die Algen in Schach.

Entlang der Strecke waren Affen zu sehen, ähnlich wie Lemuren. Eine bunte Vielfalt an Bananenbäumen, Tulpenbäumen, tropische Pflanzen wie den hier so genannten „Spicy Ginger“, es folgte ein kurzer Fotostop am „Horizon-Aussichtspunkt“ und schließlich sahen wir auch Zuckerrohr. So erreichen wir eine alte Rum-Destillerie.

Im ersten Moment denkt man bei diesen Ort sofort an ein Museum, aber es war nur Mittagspause, darum stand alles still. Eine wohl durchdachte Unordnung empfängt den korrekten Deutschen und schon greift der Spruch: „I don’t know how, but it works.“

Unser Tourguide nahm ein etwa 50 cm langes Zuckerrohrstück vom Förderband und knickte es in der Mitte, als wolle er es zerbrechen. Und heraus quoll tatsächlich Zuckerrohrsaft. Er ist ganz leicht milchig trüb und süß. Nicht so uhäh süß, sondern lecker süß, angenehm. Ausführlich wurden wir über den gesamten Herstellungsprozess unterrichtet, durften die diversen Gärkuhlen begutachten, ein kürzlich erst explodierter Brennkessel hinterließ eine verbrannte Kuhle. Aber der Kessel sei in Reparatur und bestimmt bald wieder einsatzbereit. Na, Gott sei Dank – sonst läuft die Gemeinde Gefahr, unterrumt 🍹 zu sein. Unterhopft ist ja schon schlimm, aber nicht ausreichend Rum, dann droht Malaria 😅

Am Ende des Brennprozesses, wenn der Rum auf seinen Alkoholgehalt geprüft wird, sitzt ein Mitarbeiter und schreibt dieses Ergebnis regelmäßig auf eine Tafel an der Wand. Auf diese Tafel ist eine Kamera gerichtet, die den Behörden die Daten übermittelt - moderner Datentransfer 😉.

Der hier gebrannte Rum verlässt die Destillerie mit 75 Vol.% (!!!). Damit Urlauber den auch ausführen können, wird er auf 69 Vol.% reduziert, da im Flugzeug seit 9/11 kein Alkohol über 70% transportiert werden darf.

Jetzt wurde verkostet – beide Sorten – hurra 🥳 läuft hier.

 

Es folgte eine Mittagszeit mit Verköstigung. Das war gut organisiert und das Essen war interessant, unter anderem gab es eine grüne Bananensuppe, verschiedene Arten Koch- und Backbananen, Reis, das obligatorische Hühnchen als „scharfe Keule“ und eine Nachspeise.

 

Auf demselben Gelände war noch ein Muskatnuss-Museum, auch hier gab es wieder ausführliche Erläuterungen zu Anbau, Arten, Export und selbstverständlich gab es einen Shop mit Verkauf. War ein bisschen wie auf einer Butterfahrt.

Sehr gerne hätte ich Muskatblüte gekauft, aber ich hätte einen Mindestbetrag für die Zahlung mit Kreditkarte invertieren müssen und für 30$ US Muskatblüte kaufen, erschien mir dann doch nicht lohnenswert. Aber ich hätte noch Platz im Koffer 😬.

 

Weiter ging die Reise in ein kleines buntes Dorf mit Aussicht, da ich heute erst schreibe, ist mir leider der Name der Stadt entfallen. Aber die Bilder sind schön.

 

Mittlerweile ist es 15 Uhr, um 17:30h soll der Ausflug enden. Jetzt steht als letzter Punkt noch ein Wasserfall auf dem Zettel. Die Fahrt dorthin dauert 45 Minuten und führt uns in die entgegengesetzte Richtung des Hafens, in dem unser Schiff liegt. Der Wasserfall ist nett, schön ist es, wieder einmal der Rüttelmaschine zu entkommen. Die zwei mitreisenden Kinder, 4 und 6 Jahre alt, sind mittlerweile grün im Gesicht. Das wird bis zur Rückkehr zu unserem Schiff nicht gut gehen.

Nach diesem letzten Stop machen wir uns auf den Weg zurück. Eine Rückfahrt voller Kurven und Schlaglöcher liegt nach 1,5 Stunden hinter uns, ein Kind hat gekotzt, das andere geschlafen.

Aber wir sind wieder angekommen!


Der Gewürzmarkt in der Stadt ist auf der langen Fahrt leider gestorben.

 

Meine Applewatch hat brav alle Schritte bzw. Schlaglöcher gezählt und die großen Schlaglöcher gesondert in Form von Treppen verarbeitet.

Am Ende des Tages lautet die Ausbeute: 19.028 Schritte, 13,67 km, 184 Treppen gestiegen – so fühle ich mich auch. Dabei bin ich nur Bus gefahren 🙈🤷🏼‍♀️.

 

Man liest sich.

 

 

 

 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    H & H (Sonntag, 19 April 2026 07:45)

    Ja , wiederum ein toller Reisebericht und man ist amüsiert wenn man ihn liest. Wir sind gespannt was auf der tagelangen Seereise so alles passiert.
    Wir sind auch wieder in Krefeld angekommen.
    Der ADAC hat uns von vor Emden aus hukepack noch Hause gefahren. Es war eine kurzweilige Fahrt mit einem angenehmen Fahrer.
    Eine Bremse hatte sich wohl leicht mit einem klack - klack bemerkbar gemacht. Da wir ADAC Plus Mitglied sind bot man uns diese kostlose Heimreise an. Nebenbei haben wir Benzin gespart. Als wir zu Hause noch zu einkaufen gefahren sind haben wir das Geräusch garnicht mehr so wahrgenommen.
    Mal sehen was daraus wird.
    LG H&H